Ein ganz besonderes und bewegendes Zusammentreffen gab es am vergangenen Freitag an unserer alten Betriebsstätte in Thal. Dort, wo einst gearbeitet, gelernt, geschraubt und geschmiedet wurde, trafen sich 4 der ersten ehemalige Lehrlinge und Mitarbeiter der Firma Wohllaib und kehrten für einige Stunden an ihre frühere Wirkungsstätte zurück.
Dabei wurden nicht nur viele Erinnerungen wach, sondern auch zahlreiche Geschichten aus längst vergangenen Zeiten wieder lebendig.
Helmut Vögel, Jahrgang 1940, begann im Jahr 1954 – also vor 72 Jahren – seine Lehre bei der Firma Wohllaib. Damals befand sich der Betrieb noch in einer kleinen Schmiede, in der Pferde und die ersten Traktoren um den Platz konkurrierten. Helmut lernte noch beim Gründer Wendelin Wohllaib das Schmieden und das Beschlagen von Pferden. Er arbeitete aber auch selbst noch an den bekannten Wohllaib-Schnellläufer Traktoren und Gummiwagen mit, die von Karl Wohllaib senior und Alois Vögel entwickelt und gebaut wurden. Später machte er sich selbstständig und führte über viele Jahre sehr erfolgreich seine eigene LKW-Werkstätte mit einen Abschleppdienst in Lustenau.
Ewald Fritz, Jahrgang 1942, stieß zwei Jahre später zum Team der Firma Wohllaib. Auch er erinnert sich noch sehr gerne an diese Zeit und an die vielen technischen Entwicklungen, die damals in der kleinen Werkstätte entstanden. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der Aufbau der Wohllaib-Seilwinden. Gemeinsam mit unserem Seniorchef montierte er diese aus Teilen liegen gebliebener Militärfahrzeuge an die neuen kleinen Traktoren. Eine besondere technische Neuerung waren die Gummiwagen mit Achsschenkellenkung, die erstmals für den Wohllaib-Gummiwagen entwickelt und zum Einsatz kam. Auch viele Wohllaib-Verdecke wurden auf 15 und 18 Steyr von Ewald gefertigt und montiert.
Nach seiner Zeit bei Wohllaib wechselte Ewald zur Spenglerei Heinzle nach Koblach, wo er später als Spenglermeister tätig war. Sein besonderes Fachwissen und seine handwerkliche Erfahrung liegen vor allem im Bereich der Restaurierung und Anfertigung von Kirchendächern, Turmkugeln und Kreuzen.
Auch heute, im Alter von 84 Jahren, ist Ewald Fritz seinem Handwerk noch eng verbunden. Mit großer Freude gibt er sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen und seine Erfahrung an junge Spengler weiter – und sorgt dafür, dass wertvolles traditionelles Handwerk auch in Zukunft erhalten bleibt.
Engelbert Violand, Jahrgang 1946, begann seine Lehre im Jahr 1961. Zu dieser Zeit wurden bereits die ersten Steyr 188 ausgeliefert und bei Wohllaib die bekannten Schneefräsen produziert. Viele neue Geräte kamen auf den Markt und Engelbert erzählt wie er viele Samstage die neuen Fahr KH 4 Kreiselheuer zusammenstellen musste. Engelbert spezialisierte sich schon früh auf die Reparatur von Stihl-Motorsägen und blieb der Firma über viele Jahre treu. Später wechselte er in den Landesdienst.
Günther Wirthensohn, Jahrgang 1949, trat 1966 seine Lehre als Schlosser und Mechaniker an. Seine Lehrzeit fiel in eine Zeit, in der die moderne Landtechnik einen enormen Aufschwung erlebte. Ladewagen, Heugeräte und Traktoren wurden in großer Zahl verkauft, ausgeliefert und repariert. Auf Grund seiner hervorragenden technischen Analysefähigkeiten unterstützte er auch später im technischen Support unsere Werkstätte. Über viele Jahrzehnte bis zur Pensionierung war Günther eine prägende Persönlichkeit in unserem Unternehmen.
Beim gemeinsamen Rundgang durch die alte Betriebsstätte wurden viele nostalgische Erinnerungen wach. Alte Geschichten wurden ausgegraben, über so manchen Streich und manche Späße aus der Lehrzeit herzlich gelacht und Erinnerungen an eine Zeit ausgetauscht, in der eine 48-Stunden-Woche und die 6-Tage-Woche zum ganz normalen Arbeitsalltag gehörten. Kameradschaft, handwerkliches Können und gemeinsames Arbeiten prägten diese Zeit.
Es war ein Treffen, das eindrucksvoll zeigte, wie eng Menschen auch Jahrzehnte später noch mit einem Betrieb und den gemeinsamen Erlebnissen ihrer Jugend verbunden sein können.
Die Idee zu diesem besonderen Wiedersehen hatte Helmut Hopfner, KFZ-Sachverständiger, der bereits seit vielen Jahren in engem Kontakt mit Helmut Vögel steht. Er ergriff die Initiative und organisierte dieses schöne Zusammentreffen.
Herzlichen Dank, Helmut für die Idee und die Organisation dieses besonderen Tages! Es war ein Wiedersehen, das viele schönen Geschichten zurückbrachte und sicherlich noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.







